spleen*GRÖSSE

Menschliche Größe ist eine Frage des Anlaufs!
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Energie sammeln, Einatmen, Anlauf nehmen
und in die Höhe springen.
Hoch, höher am höchsten. 
Nur der Himmel oder die Deckenbeleuchtung setzen das Limit. 
Augenblick, verweile doch! Du bist so schön! Und schnapp ist es vorbei! 
Fallen, Stürzen, Aufkommen, wieder am Boden sein.
Wahre Größe währt nur einen Momentaugenblick
und muss wieder und wieder ersprungen werden.
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Das ist eine der klugen Lehren des spleen*trieb Projektes gross &KLEIN.
Wir sind zu einem Vortanzen geladen. Durch Schweiß beschlagene Scheiben gaffen wir voyeuristisch und erhaschen Blicke auf die harte, gnadenlose Arbeit der Tanzausdruckschaffenden. Mehrfach wird uns versichert, die Künstler befinden sich noch in der Vorbereitungsphase und es gäbe noch gar nichts zu sehen. Dann geht es aber los. Musik, Tamtam und große Augen.
 Größe ist nicht nur eine Frage der Energie, lehrt uns die Performance, auch die eines kollektivistischen Verhaltens, was das Internationale TheaterTouristische KünstlerKollektiv Spleen*2014 hoch erfreut.  
Gemeinsam eben ertanzt sich Größe leichter und größer. Logisch.
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Mit dem potenzierten Willen zur Größe erschafft das Tanzkollektiv kollektiv phänomenale Darbietungsleistungen. Es ertanzt Naturkastastrophen, Welten-Persönlichkeiten von Gandhi über Martin Luther King bis zuJesus und das Drama von Einzelschicksalen wie Blitzschlag oder Schlüsselverlust. 
Der Zuschauer wird fast erschlagen von so viel Größe. 
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Doch bevor dieser sich angesichts seiner Winzigkeit in ein Mäuseloch verzieht, vollzieht das Tanzkollektiv den Perspektivwechsel und schrumpft zu skurilen Formenwesen, die noch auf der untersten Stufe der Evolution ihre Lebenszeit dem Kampf gegen die Schwerkraft bzw. ihrer Überwindung widmen müssen. Der Kampf um das Fortbewegen an sich lässt ihnen keine Sekunde an Größe überhaupt zu denken.
Blablabla,
um es auf den Punkt zu bringen: 
das ganze Größengetanze war hauptsächlich
SAULUSTIG!

 

Alexander Iljitsch Besymenski

( i.V. des ITTKKS*2014)