Gemeinsam ins Gespräch kommen – der Fragentisch

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Weil das kritische Hinterfragen von Inhalten immer eine gute Idee ist und uns schon von Kindesbeinen an beigebracht wird, dass es keine dummen Fragen gibt, hat sich spleen*graz dieses Jahr etwas ganz Besonderes ausgedacht.  Die Besucher des Festivals haben die Gelegenheit,  abseits von konventioneller Theaterkritik, ihre Fragen zu stellen – ganz frei und ganz ehrlich. Rede und Antwort steht natürlich niemand Geringeres, als die Theatermacher selbst.

Wichtig ist, dass man nie aufhört zu fragen.“ Das hat zumindest schon Einstein gesagt und bekanntermaßen sind seine Zitate gute Eisbrecher. Warum also nicht an die Tradition des großen Denkers anknüpfen und einfach mal drauf los fragen? Fragen sind allgegenwärtig. Egal ob die Frage nach der Butter beim Frühstückstisch oder die Frage was die Welt in ihrem Innersten zusammenhält – die Fragerei ist ein fixer Bestandteil unseres Alltags geworden und das ist auch gut so.

Bezogen auf die Theaterwelt ist es ein altbekanntes Ärgernis: Zu oft bleiben wir nach einer Vorstellung mit einem Fragezeichen im Gesicht zurück und sehnen uns nach einer Möglichkeit, über das Gesehene in einem größeren Kreis zu sprechen. Getrieben von Neugier und dem quälenden Gefühl im Bauch, dass noch nicht alles ausgesprochen wurde, was gesagt werden soll, liegt man wach und lässt die Gedanken noch für lange Zeit kreisen. Um das zu verhindern und dem Chaos im Kopf entgegenzuwirken ist es dem ,,Institut für angewandtes Fragen” ein Anliegen, den Gästen eine Plattform zu bieten, auf der Sie gemeinsam und nicht alleine, nach Antworten suchen können.

Jetzt sind Sie gefordert sich Ihre eigene Meinung zu bilden. Begeben Sie sich also mit reichlich Fragen im Gepäck auf die Suche nach Enthüllung und Erklärung, denn eines ist sicher: Jedem von uns liegt  doch eine Frage auf den Lippen, die nur darauf wartet gestellt zu werden, oder?

Text von Katrin Fischer.

 

Und nach folgenden Vorstellungen steht unser Fragetisch bereit:

Freitag, 5.2.

12 Uhr, Ein Bodybild, TaO!

19.30 Uhr, Bambi, TTZ

Samstag, 6.2.

18 Uhr, Steh deinen Mann, Umkleidekabine der ATG

Sonntag, 7.2.

16 Uhr, Fucking Life, Orpheum

19.30 Uhr, Trashedy, Schauspielhaus, Haus Zwei

Montag, 8.2.

18 Uhr, Rau, TTZ

Theater am Land – Das „junge“ Theater nicht aussterben lassen

“Ein Wunsch von mir ist, dass man das Land nicht ausdünnt.” Das Land nicht ausdünnt, das Theater für junge Zuschauer am Land nicht aussterben lassen. Ausgesprochen wurde dieser Wunsch von Angela Buschenreiter bei der Besprechung über die Zukunft des Theaters am Land im CCW Stainach. Dieser Wunsch ist das Anliegen aller hier Anwesenden.

Passend, dass die elf Person aus dem Bereich Kinder- und Jugendtheater und aus dem Bildungssektor sich auf einer Bühne einfinden. Immerhin geht es um das weitere Vorgehen rund ums Thema Jugendtheater am Land. Zu den elf zählen Anna Frizberg, Martina Schaupensteiner, Alexander Buschenreiter, Ursula Mandl, Birgit Bischof-Gaig, Herta Mandl, Verena Kiegerl, Angela Buschenreiter, Helmut Günther, Alfred Windel und Manfred Weissensteiner. Heute gilt es vor allem, die Lage zu sondieren. Sehen, wo die gemeinsamen Interessen liegen, Probleme herauszuarbeiten und gemeinsame Ziele und Lösungsansätze zu definieren.

“Wir merken es in Graz sehr stark, dass eigentlich das Interesse sehr groß ist, etwas am Land zu machen”, beginnt Manfred Weissensteiner. Es ginge zunächst darum, Möglichkeiten zu schaffen. “Es wäre sinnvoll zu überlegen, welche Synergien es gibt, damit sich eine Dynamik entwickelt.“ Angebote schaffen ja. Hier gibt es zunächst das Problem, wie man die Jugendlichen mobilisieren könnte. “Wenn die Eltern nicht mit den Kindern hierher kommen, kommen sie (die Kinder) nicht”, meint Helmut Günther vom CCW dazu. Er habe bereits mehrere Projekte durchgeführt. Auch in Kooperation mit Lehrern versucht man ein Nachmittagsprogramm für Schüler zu gestalten. Die Schüler konnten so im Rahmen der Nachmittagsbetreuung das Theaterzentrum aufsuchen. Auch das Projekt direkt an die Schulen mit Einmannstücken zu gehen, habe es gegeben. Das lief jedoch nur ein Jahr, da das Interesse daran im nächsten nicht mehr vorhanden war. “Es ist klar, dass Schüler nach einem ganzen Tag in der Schule nicht wieder in einem Schulprojekt sitzen wollen”, meint Verena Kiegerl zur Nachmittagsbetreuung.

Ein wichtiger Punkt wäre es, einerseits den Schülern klar zu machen, welche Angebote es gibt und zwar in gesammelter Weise – also einen Überblick zu schaffen und klar zu stellen, wie sie dorthin kommen können. Der nächste Schritt sei es, ihnen die Berührungsängste zu nehmen. “Alles geht über die Beziehungsarbeit. Was würde passieren, wenn man den Kindern die Möglichkeit gibt, zwei Mal die Woche an Theaterkursen im CCW teilzunehmen?”, so Kiegerl.

Ein weiteres Problem wäre das der fehlenden Mobilität. So würden die letzen Züge schon relativ früh fahren und die Verkehrsverbindungen relativ schlecht sein. Eine Idee wäre diese Wartezeiten sinnvoll mit Workshopangeboten zu füllen. Manfred Weissensteiner erinnert an das Theater im Bahnhof, das auch als Projekt im Jugendwarteraum begonnen hatte. Es wäre also zu überprüfen, ob tatsächlich die schlechte Verkehrsanbindung an der mangelnden Teilnahme an den Veranstaltungen schuld sei. “Wenn Jugendliche etwas wirklich wollen, kommen sie überall hin”, meint Verena Kiegerl.

Der nächste große Punkt sei mangelndes Interesse. “Wir haben versucht einmal etwas mit Schülern zu machen, das hat aber aufgrund von mangelndem Interesse nicht funktioniert”, erinnert sich Alfred Windel. Hier halten vor allem die anwesenden Lehrerinnen dagegen: “Die Schüler fragen dann schon, ob ihr (das TaO) heuer wieder kommt.” Es sei bei Theaterstücken jedoch generell schwierig ein passendes für eine Schulklasse zu finden, das weder zu anspruchslos noch zu abstrakt sei.

Alle sind sich einig, dass einer der wichtigsten Faktoren Beziehungen seien. Wenn engagierte Lehrer und Lehrerinnen bei einem Projekt beteiligt seien, würden sich die Schüler auch mehr für die Projekte begeistern. Gute Kontakte seien also sehr wichtig. “Überall wo etwas funktioniert, ist es an Leute gebunden”, so Verena Kiegerl.

Nicht zuletzt wurde auch das Problem der Landflucht genannt. So würden die Schüler zwar das Theater am Land kennen lernen, danach aber in die Stadt ziehen und so als potentielle Zuschauer wegfallen. “Eine Idee ist es auch einfach ein Zuckerl für die Schüler einzubauen. Wir haben zum Beispiel Hip-Hop Kurse angeboten.”, auf diese Art und Weise haben Angela und Alexander Buschenreiter Jugendliche ebenfalls über den Tanz zum Theater gebracht und letztendlich für dieses begeistert.

Der Wille und die Ideen, das Theater für Kinder- und Jugendliche also tatsächlich am Leben zu erhalten und auch neuen Lebensgeist einzuhauchen sind also reichlich vorhanden. Weitere Gespräche in Stainach werden folgen.

Ein Text von Stefanie Burger.

Teilnehmer am Dialog:

Manfred Weissensteiner, künstlerischer Leiter von TaO! und vom Jugendprogramm von spleen*graz//Anna-Katerina Frizberg, Geschäftsführung TaO! und künstlerische Leitung des Programmes spleen*trieb//Helmut Günther, CCW Stainach//Verena Kiegerl, Regiesseurin und Theaterpädagogin//Regionaljugendmanagement: Mag.a Tina Schaupensteiner//Angela und Alexander Buschenreiter vom Verein impulsaussee //Ursula Mandl (BE/Deutsch an der nms Irdning)//Prof. Mag. Birgit Bischof-Gaig, Theatercoach vom Bundesministerium und Lehrerin am Gymnasium Stainach//OStR. Mag. Dr. Herta Mandl-Neumann, Fachkoordinatoren Deutsch//Alfred Windel – Obmann Theatergruppe Stainach

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Von der Suche nach Fragen und dem Finden von Antworten

Das Institut für angewandtes Fragen hat heute vormittag fröhlich seine Arbeit aufgenommen und bastelt derzeit munter an der ersten Ausgabe unseres täglichen spleen*dossier mit Hintergrundberichten, Essays und schlauen Textspielereien zu den eingeladen Produktionen und ihren Themen. Erste Textbeiträge gibt es auch schon im Festivalzentrum zu lesen:
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Und ab heute Abend – pünktlich zur Eröffnungsparty im spleen*hotspot – gibt es die erste Ausgabe dann auch im Print.

Wir freuen uns auf eifrige Leser und Fragensteller!

Die Geburtsstunde des Instituts für angewandtes Fragen

Medienprojekt bei spleen*graz 2016

Fragen bestimmen unser Leben. Egal ob im Privaten oder bei der Arb eit, ob im Wirtshaus oder Parlament – die Frage begleitet uns wie kaum eine andere sprachliche Einrichtung.

Während des Festivals wird deshalb „Das Institut für angewandtes Fragen“ zum Leben erweckt. Theaterkritiker und Kulturjournalist Bernd Mand begleitet das Festival und betreibt mit NachwuchsjournalistInnen Fragen- und Feldforschung, animiert das Publikum im Zweiaugengespräch sich selbst eine Meinung zu bilden und sucht mit KünstlerInnen am mobilen Fragentisch nach Antworten. Wo gibt es Anknüpfungspunkte zwischen Theater, der Stadt Graz und deren (jungen) BewohnerInnen? Die Ergebnisse werden im täglich erscheinenden spleen*Dossier in der Festivalzentrale und hier am Blog veröffentlicht!

Fragezeichen setzen

kollektiv*tränen

Tränen & Eis die Zweite

Kalte Füße, tropfende Nasen und zitternde Ohren – das Warten in der feuchten Kälte nimmt kein Ende. Da wird das Tor endlich aufgeschoben und das Kollektiv – immer noch kollektiv verliebt, aber wieder vereint – denkt: Endlich hinein in die warme Stube!

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Doch der spleen*spielort Schaumbad ist keine Stube sondern eine Halle, und sie ist nicht beheizt, sondern eiskalt. Und zu allem Schrecken findet das Kollektiv in der Halle ein hundert Quadratmeter großes Bühnenbild-Monstrum vor, dessen Boden 10 cm hoch mit Wasser aufgefüllt ist. (Schlaue Menschen können ausrechnen, wie viel Kubikmeter Wasser das sind.)

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Wir atmen tief, hocken uns kuschelnd zueinander und beschließen Gefrierschock gegen Faszination zu tauschen. Denn was die belgische Gruppe Studio Orka &Bronks ins Schaumbad hinein installiert hat, ist atemberaubend. Wir schauen in die Welt von Julien, der in einem Waschkeller eines Mietshauses lebt und arbeitet. Julien wäscht und putzt, bügelt und legt, glättet und entfleckt die schmutzige Wäsche der schmutzigen Menschen des schmutzigen Hauses.

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Die Waschküche erinnert an die Ausstattungswelten der Filme von Jean-Pierre Jeunet („Delicatessen“, „Amelie“), detailverliebt, ausufernd und bei allem Realismus der Gegenstände eben doch eine erträumte Welt. Der reaktionäre Teil des Kollektivs schreit auf bei diesem ausufernden Überrealismus. Wo bleibt die Fantasie? Dafür ist doch der Film zuständig. Und das Theater ist nicht erfunden worden, um die Wirklichkeit abzubilden. Der romantische Teil des Kollektivs lässt sich verführen und schaut mit kindlich leuchtenden Augen den technischen Spielereien und effektvollen Raffinessen des Bühnenbildes zu.

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In dieser Traumüberrealitätswelt erzählen die Belgier eine Geschichte, in der Technik unwesentlich ist, denn es geht um Menschen und menschliche Themen: Einsamkeit, Verlust und Vorurteile. Julien entdeckt in einem Wäschekorb die schlafende Annabel, eine Obdachlose, die sich in die Waschküche geflüchtet hat.

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Nach vielen Inszenierungen, die mit Effekten, Gags, Musik und Witz-Stakkato um sich geschmissen haben als gäbe es kein Morgen mehr, die um die Gunst der Zusehenden gebuhlt haben als wäre das Festival ein Jahrmarkt, entwickelt sich Jacobsnase zu einem Kammerspiel zwischen zwei Schauspielern, die mit Blicken und Pausen, mit Atem und Zeit arbeiten. So durchlässig und zart, so verletzlich und Moment erfüllt, hat das Kollektiv niemanden bisher spielen sehen. Randi De Vlieghe & Katrien Pierlet spielen wahrhaft zusammen und es ist eine Freude, ihnen dabei zuzusehen.

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Julians Geschichte des Wäschers, der nach dem Tod seines geliebten Hundes die Waschküche 30 Jahre nicht verlässt und die Geschichte der obdachlosen Annabel, die, wo immer sie Station macht, verschwinden soll, weggehen muss, rausgeschmissen wird, berühren tief. Die Darsteller lassen uns heran an sich, an ihre Gesichter, ihre Gedanken, ihre Pausen und Empfindungen. Es menschelt zutiefst im Wäschekeller und das hat noch keine Inszenierung bisher geschafft. Bravo!

Es wundert niemanden – außer dem reaktionären Teil des Kollektivs -, dass das Kollektiv tief berührt die Eishöhle verlässt und sich manch einer Tränen von den Wangen wischen muss.

Alexander Iljitsch Besymenski

( i.V. des ITTKKS*2014)

 

 

 

kollektiv*verliebt

 

TAG DER LIEBE – ES MENSCHELT UND VIBRIERT BEI spleen

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Der mit Abstand emotionalste Tag des spleen*festivals hat das Kollektiv gestern völlig unerwartet gleich zweimal Tränen und Eis in die Augen getrieben.

Ein Kollektiv definiert sich über eine Mehrzahl von Personen, die aufgrund eines Systems von gemeinsamen Normen und Werten und Gefühlen eine Zusammengehörigkeit entwickeln oder ein Gemeinsamkeitsempfinden spüren und vor allem kollektiv erLEBEN.

Die Entwickler und Durchführer des spleen*projektesAuf die Ohren scheinen in ihrem Leben noch nie auch nur ein Fünkchen dieses Gemeinsamkeitsempfinden empfunden zu haben und konnten daher gefühllos das Unmögliche verlangen und durchsetzen:

DIE KOLLEKTIVSPALTUNG!

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Unter Verzweiflung und Hysterie, Wehklagen und Protest, Androhung von Gewalt und Zerstörung hat sich das Kollektiv für 45 Minuten trennen lassen. Und als Lohn für dieses Opfer nichts anderes, ja, ich muss es benennen, nichts anderes als, es nützt ja nichts drumherum zu reden, ja, es hat nichts anderes als, ich sags jetzt: LIEBE empfangen, ja, der Leser liest richtig, das Kollektiv hat sich kollektiv – oh spleen*Wunder – verliebt.

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Wie kann so ein ungeheuerlicher Vorgang vonstatten gehen?

Am Anfang gilt es anonym einen Fragebogen auszufüllen, der alles andere als diskret ist. Die politische, kulinarische, musikalische und sexuelle Gesinnung ist zu erklären, philosophische Grundeinstellungen werden erfragt und die Kennenlernkernfragen gestellt, die alles befördernden oder vernichtenden Grundfragen: Magst du Hunde oder Katzen? Kaffee oder Tee? Katzen natürlich! Und Kaffee! Was sonst?

Da ist eine Vorahnung, dass etwas auf uns zukommt.

Ein Foto wird geschossen! Der Teilnehmer erhält ein Mini-Player, Kopfhörer, diverse Instruktionen (denen ich besser hätte folgen sollen) und los geht es zur Stadtwanderung durch das Gries-Viertel.

Ich wechsle zur Einzahl ICH, denn nun bin ich auf mich gestellt und muss als Individuum bestehen.

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Und siehe da, ich versage sofort, kaum losgelaufen schon verlaufen, auf den Pausenknopf des Players gedrückt, was ausdrücklich untersagt war und noch einmal von vorn und schon bin ich 5 Minuten im Rückstand, was eine Katastrophe für alle Nachfolgenden ist.

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Beginnt der Rundgang zunächst mit sachlichen Informationen zu diesem oder jenem Geschäft – wie gewöhnlich bei solchen Stadtführungen – wechselt die weibliche Stimme in den Kopfhörern vom SIE zum DU. Oha, was ist los?

Doch dabei bleibt es nicht, kaum um die Ecke gebogen, erzählt die Stimme mir ein paar Witze. Aha.

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Ein Gefühl von Seltsamkeit beschleicht mich als die Stimme vor der LUNA BAR, einem einschlägigen Puff im Viertel, fragt, was ich zu jenem oder diesem des ältesten Gewerbes der Welt denke. Hm…

Versöhnt werde ich etwas später mit einem Herzen, dass die Stimme – so versichert sie – extra für mich in einer Gasse angebracht hat.

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Als es langsam kälter wird, bietet mir die Stimme einen Schal an, den sie für mich aufgehängt hat. Auf dem Platz vor dem Schaumbad wird es dann intim, ich erfahre, dass MEINE STIMME dort ihren ersten Kuss bekommen hat und eine Gegnerin des Zungenkusses geworden ist. Ich denke noch bei mir, das lässt sich reparieren, da teilt mir MEINE STIMME mit, mit mir würde sie es noch einmal drauf ankommen lassen. Puh… ich werde neugierig und mir fällt auf, dass MEINE STIMME im Ohr von Satz zu Satz wärmer und herzlicher wird.

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Mir schwant etwas und ich schaue mich in den Gassen um, die bevölkert sind von zahllosen hübschen Mädchen, die hasten und eilen und davonlaufen. Aber hier und dort eben auch ruhen… ist da draußen irgendwo MEINE STIMME? Es bleibt aufregend…

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Auf eine Kirche zueilend (meine Verspätung ist auf 20 Minuten angewachsen) erfahre ich – ganz nah bei Gott – , was für ein wunderbarer Mensch ich bin, aufgeschlossen, herzlich, gefühlvoll, mein Körper wäre eine Sünde wert und überhaupt würde mich MEINE STIMME gern kennenlernen und im Sommer (warum eigentlich erst im Sommer?) etwas mit mir unternehmen und ich solle doch jetzt mal ganz schnell in die Kirche kommen. Und war da nicht eine Spur Erotik im letzten Satz? Oder bin ich – ganz Mann – in Verwirrung der Sinne geraten? Ich beschließe, verwirrt zu sein und eile durch die Kirchenbänke, die leer sind.

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Ist das der rechte Ort um MEINE STIMME, besser gesagt, das Mädchen hinter meiner Stimme kennen zu lernen? Ich beschließe NEIN und eile schnell durch das Gotteshaus, hinaus!

Und da steht sie dann! Mit einem Lächeln und etwas durchgefroren: love at first sight!

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In einem nahen Café lernen wir uns kennen und lieben. Umgeben vom Kollektiv, das kollektiv ebenfalls in seine Stimmen verliebt ist, verbringen wir Stunde um Stunde… Kaffee um Kaffee… Ich gebe meine Telefonnummer her… Ich verabschiede mich trunken… Und ich warte… warte… warte…

Auf deinen Anruf, VALERIE!!!

PS: Lucas, dein Anruf wird auch sehnlichst erwartet! Beweg dich, sonst bewegen wir uns!