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Glück…

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Was ist Glück? Wenn man selbst keine Antworten parat hat, soll es helfen, andere Leute zu fragen. Eine Fragerunde auf der Straße: Bist du glücklich? Warst du gestern glücklich? Wirst du morgen glücklich sein? Kann man alleine glücklich sein? Was macht einen glücklichen Tag aus? Ist glücklich zu sein ein Ziel im Leben? Ein Versuch, Glück zu definieren.

„Glück ist keine Konstante. Glück ist nicht kurzfristig. Das funktioniert nicht.“

„Es kann einen immer was reinpfuschen.“
„Glück ist nicht begrenzt, es ist immer da. Nur manchmal weniger und diese Zeiten braucht es, damit man das Glück dann wieder erkennt.“

„Außerdem glaub ich, dass Glück sehr wohl gerecht verteilt ist. Mancher erkennen´s nur einfach nicht und andere haben es vielleicht zu einer anderen Zeit.“

„Keine Schokolade würde mich unglücklicher machen.“

„Zeit ist Glück und Glück ist Zeit.“

Menschen machen glücklich

Die ersten Antworten sind meistens, dass es die Menschen um uns herum sind, die glücklich machen. Menschen brauchen Kommunikation, Menschen brauchen Menschen, damit sie selbst Gefühle empfinden können und auch damit ihnen Gefühle entgegengebracht werden. Alleine sein und trotzdem glücklich? Die meisten meinen, es geht eine Zeit lang, aber sicher nicht auf ewig.

„Meine Leute machen mich glücklich. Aber wenn du selbst nicht zufrieden bist, wird dich auch jemand anderes nicht glücklich machen können.“

Viel „man“, wenig „ich“

Es ist Sonntag Vormittag, zwei junge Leute am Grazer Hauptplatz sitzen auf den Stufen des Erzherzog Johann Brunnen und die junge Frau raucht eine Zigarette. Sie beide sehen müde aus aber ich bin mir nicht sicher ob sie müde sind, weil sie wenig Schlaf hatten oder ob sie einfach müde vom Leben, von ihrer Welt sind.

Seid ihr heute glücklich? 

„Es geht.“

Denkt ihr, dass ihr morgen glücklich sein werdet?

„Ja kann gut sein, man weiß ja nie, was kommt.“

Was wäre ein glücklicher Tag? 

„Ein Lottogewinn“, meint er. Sie sagt aber: „Na, wenn halt alles so hinhaut, wie man´s haben will“.

Die Geburt vom eigenen Kind und der Nichte waren die glücklichsten Momente, an die sie auch jetzt noch oft denken.
Ist es ein Ziel für euch, im Leben glücklich zu sein?  

„Ja klar, das ist es ja für jeden oder? Eine Grundvoraussetzung.“

Habt ihr Maßnahmen, um das Ziel zu erreichen?

„Nein die gibt’s nicht. Das ist Schicksal. Vielleicht wacht man ja irgendwann auf und ist voll happy!“

Denkt ihr oft über Glück nach? 

„Nein. Also ab und zu denkt man vielleicht schon ´wenn ich das anders gmacht hätt, dann würd´s mir jetzt besser gehen. Aber wieso sollte man den Kopf in den Sand stecken?“

Die beiden reden über Glück aber definieren es nicht,  in ihren Formulierungen verwenden sie selten „ich“ und ganz oft „man“. Glück scheint für sie nicht individuell, sondern ein allgemeiner Begriff zu sein. Sie scheinen ans Glück zu glauben, aber nicht an ihr eigenes. Zumindest nicht im Moment.  Und wenn es existiert, dann können sie selbst es sicher nicht beeinflussen. „Es passiert.“

Nach meinem Rundgang in der Stadt würde ich meine erste Frage anders stellen. „Was ist mein  Glück?“, denn das eine Glück – das gibt es nicht. Jeder braucht seine eigene Definition und die kann ich hier leider nicht liefern, denn die ist nicht auf der Straße zu finden, sondern im eigenen Herzen.

Ein Text von Katharina Brunner.